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Der tragische Minister
09/02/2009 | Administrator
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"Jetzt werden sie alle wieder ihre Häme ausgießen über Michael Glos, den machtlosen Wirtschaftsminister, der nicht einmal seinen eigenen Rücktritt durchsetzen kann. Das ist a [ ... ]


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Verkaufen - das Herz der Wirtschaft
Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 17:12 Uhr

Heute einmal ein Lob auf alle, die Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Einer meiner Freunde hatte vor vielen Jahren nach dem 2.Jura-Examen bei der Allianz angefangen. Sein erster Auftrag war es, sich bei fünf Wohnblocks durch alle Wohnungen durchzuklingeln und Versicherungen zu verkaufen. Er brachte fünf Verträge von dieser Aktion mit. Was er erst später erfuhr: Hinter ihm hatte sich ein weiterer Allianz-Mann durchgeklingelt und überall gefragt, ob mein Freund dort auch geklingelt hatte.
Verkaufen ist nicht leicht. Ich selbst hatte während meines Studiums mal versucht, nach einem 14tägigen Seminar Vermögensbildungsverträge zu verkaufen. Bei meinem ersten Besuch konnte ich einen etwa 65jährigen überreden. Als er gerade unterschreiben wollte, kam seine Frau zur Tür rein, schrie mich an, ihr Mann begann zu weinen "der hat mich völlig zugequasselt" - und sie schmiss mich achtkantig raus. Das war das Ende meiner kurzen Versicherungskarriere.
Heutzutage ist es nicht viel leichter zu verkaufen. Aber wenn man hartnäckig am Ball bleibt, kann es selbst in aussichtslosen Situationen zum Erfolg kommen. Sei es, Kreditkarten am Flughafen zu verkaufen, sei es am Telefon Kunden zu gewinnen. Auch wenn man es kaum glaubt, hier werden wirklich Kunden eingesammelt.
Als ich noch beim Wirtschaftsmagazin Impulse arbeitete, hatten wir eine Titelgeschichte "Der beste Verkäufer". Es war wieder einer von der Allianz. Seine Generalvertretung verwaltete über 18.000 Verträge, die mit der Zeit akquiriert worden waren und schöne regelmäßige Provisionen brachten.
Gefragt nach seiner wichtigsten Regel antwortete der Mann: Beim siebten Besuch unterschreibt jeder. Eben ein echter Versicherungsvertreter. In Deutschland gibt es viele erfolgreiche Verkaufstrainer. Einen habe ich gerade kennen gelernt. Am besten fand ich seinen Spruch: "Ein schlechter Verkäufer sagt alles was er weiß, ein guter weiß, was er sagt".
Die besten Verkäufer sind übrigens oft die Unternehmenschefs/-chefinnen selber. Wer eine neue Firma gründet, kann nur Erfolg haben, wenn er/sie seine/ihre Produkte an den Mann/die Frau bringt.
Ich gehöre deshalb auch nicht zu den Leuten die ihren Briefkasten mit dem Warnhinweis "keine Werbung" versehen (obwohl man heute eigentlich nur noch Werbung oder Rechnungen im Briefkasten findet).
Verkaufen muss sein, und weil es soviele gute Verkäufer gibt, läuft auch unsere Wirtschaft rund. Also, weiter so, Leute. Ich finde Vertrieb Klasse.



Herr Klusmann, retten Sie Capital
Dienstag, den 24. Januar 2012 um 21:58 Uhr

Nach meiner Kritik an Capital scheint der Chefredakteur von Capital, Steffen Klusmann sauer auf mich zu sein. Jedenfalls  beantwortet er meine Emails nicht mehr wie früher.
Ich hatte vor kurzem in diesem Blog den Niedergang von Capital bedauert.  Ich vermute, das ist der Grund. Die Vermengung der Redaktionen in Hamburg (FTD, Capital, Impulse, Börse Online) halte ich nach wie vor für einen  zentralen Fehler, der vor allem Capital schadet.  Das Blatt hat immer noch einen guten Namen, jedoch einen horrenden Auflagenverlust von einst 330 000 auf jetzt 160 000 (davon 40 000 im Lesezirkel). Die Unternehmensgeschichten sind ganz ordentlich, aber der Geldteil hat kein Rückgrat mehr, die Inhalte sind austauschbar, sie könnten überall stehen. Man erinnert sich an keine Geschichte, wenn man das Heft durchgeblättert hat. Es fehlen die Highlights. Die Rückumstellung auf den Monatsrhythmus hat die Erlöse weiter gesenkt.

Lieber Herr Klusmann, retten Sie Capital, sorgen Sie für eine Abtrennung und die RÜCKKEHR ZUR EIGENEN IDENTITÄT. Überlassen Se FTD, Impulse und Börse Online anderen Chefredakteuren, konzentrieren Sie sich auf ein Revival dieser stolzen Marke. Sie sind ein guter Journalist.  Als Chefredakteur muss man noch etwas draufsetzen und strategisch denken. Es reicht nicht, wenn man so gerade überlebt.

Sie sollten im übrigen in der Öffentlichkeit präsenter sein. Wirtschaftsmedien brauchen publizistische Köpfe, die man wahrnimmt,  keine, die sich hinter ihrer Arbeit verstecken. Das ist übrigens auch wichtig fürs darbende Anzeigengeschäft.





Monti´s phänomenaler Start
Montag, den 23. Januar 2012 um 15:21 Uhr

Es zeigt sich, das die Wahl Monti´s als Nachfolger von Berlusconi eine vielversprechende Wahl war. Monti hat als einer der wenigen Regierungschefs hohe ökonomische Kompetenz. Er hat als Wettbewerbskommissar große Konzerne das Fürchten gelehrt. "Wachse, Italien" ist denn auch die beste Methode mit der  Krise fertig zu werden.  Nur Wachstum bringt höhere Steuereinnahmen und damit die Fähigkeit zurück, Schulden bezahlen zu können.
Wachstum, und das haben in Deutschland viele nicht begriffen, weil der FDP niemand mehr zuhört, Wachstum entsteht durch Wettbewerb. Dass jetzt italienische Taxifahrer, Apotheker und Freiberufler lamentieren zeigt, dass Monti mit seinen Liberalisierungsmaßnahmen den richtigen Nerv getroffen hat. Wachstum wird verhindert, wenn Preise und Monopole festgeschrieben werden.  Nur wenn Newcomern der Eintritt in den Markt nicht versperrt wird - etwa durch das Gift limitierter Konzessionen, entsteht Wettbewerb. (Da wäre in Deutschland übrigens noch einiges zu tun: Wieso muss ich eigentlich für ein 20 Jahre altes Taxi genau soviel zahlen wie für eine moderne geräumige Limousine?)
Es gibt in jeder Wirtschaft angestammt Pfründe (beispielsweise auch im Pressevertrieb), die Wettbewerb aushebeln.
Dass Monti jetzt 5000 Apotheker zusätzlich zulassen will, ist nur ein kleines Zahnrad, aber es zeigt die Richtung. Überdies handelt Monti mit seinen Planvorgaben (11 Prozent Wachstum und 12 Prozent höhere Löhne) außerordentlich klug. Es ist, als ob die Soziale Marktwirtschaft wieder aufersteht, ausgerechnet in Italien. Ich drücke Monti alle Daumen, er wird es schaffen!



Wilhelm von Finck Deutsche Family Office AG
Mittwoch, den 18. Januar 2012 um 14:46 Uhr


Wir freuen uns über unseren neuen Mandanten Wilhelm von Finck Deutsche Family Office AG - siehe auch: http://wvf-dfo.de. 
Damit schenkt eine weitere renommierte Vermögensverwaltung unserer Kommunikationsberatung ihr Vertrauen. Der Spezialist für komplexe Vermögensanlagen mit Sitz in München und Frankfurt ist im letzten Jahr aus einem Zusammenschluss der Wilhelm von Finck AG mit der zur Deutschen Bank gehörenden Deutsche Family Office GmbH entstanden und betreut große Vermögen von privaten und institutionellen Anlegern. 
Laut Handelsblatt Elite Report gehört die Wilhelm von Finck Deutsche Family Office AG gehört zur "Elite der deutschen Vermögensverwaltungen". 



Kreuzfahrten auf dem Prüfstand
Montag, den 16. Januar 2012 um 14:01 Uhr

Das Leben erzählt manchmal Geschichten, die sich kein Filmemacher aufregender ausdenken könnte.

Schon die Berichte über Monsterwellen, die bei mehreren Kreuzfahrtschiffen die Fenster der Kapitänsbrücke zerschmettert haben, ließen uns stutzig werden. Solche Wellen können - wie im Fall des Kreuzfahrtschiffes Bremen - die ganze Elektrik eines Schiffes lahmlegen: Am 22. Februar 2001 war die Brücke der "Bremen" von einer 35-Meter-Welle getroffen worden. Das Kreuzfahrtschiff lag eine halbe Stunde quer zu den Wellen mit immer größerer Schlagseite und manövrierunfähig im eiskalten Wasser der Antarktis und wäre gesunken, wenn es nicht einem Bordingenieur in letzter Minute gelungen wäre, den Notgenerator in Gang zu bekommen. Inzwischen wurden eine ganze Reihe solcher Unfälle diagnostiziert.
Aber das war ein kleines Kreuzfahrtschiff mit 137 Passagieren.

Jetzt kommt dieses Unglück eines 113 000 Tonnen Schiffes mit über 4200 Menschen an Bord, das alle Facetten einer Titanic hat - bis auf den offensichtlich durchgedrehten Kapitän der Costa Concordia  und dem glücklichen Umstand, dass durch die Nähe zum Ufer und den heroischen Einsatz vieler Helfer fast alle gerettet werden konnten. Kaum zu glauben, dass so ein Dampfer über Granitfelsen fährt und umkippt.

Es wird Zeit, dass man sich einmal mit der Sicherheit und den Arbeitsbedingungen auf solchen Fleischdampfern, wie man bei der Marine sagt, beschäftigt. Im Fernsehen zeigten sie die "Sicherheitsübung" einer großen italienischen Fähre im Hafen, bei der Rettungsboote klemmten und ratlose Mannschaften nicht wussten, was sie tun sollten.
Wie ist die Ausbildung? Wie die Bezahlung? Wie die Sicherheitskonstruktion? Wie werden die Rettungsboote in Schuss gehalten? Wie finden Passagiere im Notfall heraus? Müssen solche Kapitäne ähnlich wie bei Piloten durch aufwändige fachliche und psychologische Tests gehen? Wie ist die Beflaggung? Alles Billigländer? Und so weiter...
Da ist einiges zu prüfen.

Wenn die Kreuzfahrt-Reedereien ihr Geschäft bleiben wollen, dann sollten sie für sichere Schiffe sorgen. 

P.S. Mich persönlich reizt nichts an Schiffen mit 4200 Passagieren und Mannschaften , egal wohin sie fahren, ich segle lieber. Das Märchen vom Traumschiff ist für mich eher ein Albtraum. Gut essen kann ich auch an Land, und wenn ich Hafenstädte besichtigen will, dann fliege ich lieber ein paar Tage dorthin.
.



Brunowsky´s Business Monitor: Our success - the PIIGS´s Problem
Samstag, den 07. Januar 2012 um 16:39 Uhr

Brunowsky´s Business Monitor: Our success - the PIIGS´s Problem: From Ralf-Dieter Brunowsky Germany is the best working economy in the middle of the financial and banking crisis. Unemployment hits the l...



Our success - the PIIGS´s Problem
Samstag, den 07. Januar 2012 um 16:39 Uhr


From Ralf-Dieter Brunowsky

Germany is the best working economy in the middle of the financial and banking crisis. Unemployment hits the lowest level since 20 years, car industry is extremely successful, exports to asia - especially china reaches amazing numbers. AUDI for example exported 313 000 cars last year alone - 37 percent more than last year. Volkswagen, it´s mother company, sold first time ever more than 8 million cars worldwide.
Wow!

So how come?
I can see five reasons:

1.) Chancellor Angela Merkel provides a stable well anchored policy. She is reliable, her word counts internationally.  Her Treasure Secretary (Finance Minister) Wolfgang Schaueble does a good job. Although its Coalition Partner FDP is in permanent trouble the Government is stable and Merkel is a modest but extremely efficient leader.
2.) Germany´s deregulation of labour market is a result of former chancellor Gerhard Schroeders "Agenda 2010". It was the key factor to revitalize Germany´s productivity.
3.) Having a lower inflation rate than the other Euro-Countries Germanys competitiveness is permanently increasing compared to the other countries.
4.) Germany has the best conditions in the bond market ever. It can borrow money so cheap as never and refinance former bonds with higher interest rates.
5.) Decreasing unemployment means increasing tax income for the government - plus much more payments to the the social security institutions. 2011 alone created 700 000 new jobs which pay additional  into social security-funds.

So why worrying?

Because Germany´s succees will be its future problem: The politicians have neclected the main cause of the debt crisis: Germanys surpluses against most members of the Euro Zone.
The economies of the PIIGS (Portugal, Ireland, Italy, Spain) cannot and will not recover through austerity programs. They need urgently more growth for debt reduction.

Therefore the only way seems to me (see also Heiner Flassbeck Unctad) - steered by the ECB -  Lower inflation rates for PIIGS and higher inflation rates for Germany. Only this would help to reduce the surpluses of Germany against PIIGS, because PIIGS are right now forced to finance Germanys surpluses (and vice versa their deficits). Over the last years this cumulated to about 400 Billion Euros debt from PIIGS against Germanys Bundesbank.




Bundespräsidenten-Kommunikation: Wulffs zehn Fehler
Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 12:39 Uhr

DeutschlandTrend zu Bundespräsident Wulff
Quelle: Tagesschau.de

Christian Wulff hat immer noch eine vernichtende Presse. Mal abgesehen von den inhaltlichen Vorwürfen: So viele Kommunikationsfehler wie er hat noch kein Politiker in so kurzer Zeit angesammelt. Ich habe einmal die wichtigsten Fehler seiner Krisenkommunikation zusammen gestellt:

  1. Falsche Aussage im Landtag ("keine geschäftliche Beziehung zu dem Unternehmer Geerkens") Lügen haben kurze Beine.
  2. Unvollständige Information zum Bank-Darlehen: Er hat was zu verbergen.
  3. Unvollständige Erfassung aller Schwachpunkte: Somit immer neue Fragen  und Vorwurf der Salamitaktik. 
  4. Keine echte Entschuldigung. Unrichtig gehandelt, nicht Unrecht begangen: Das glaubt keiner wirklich. Verstoß gegen Ministergesetz ist eindeutig.
  5. Defensives, abwartendes Verhalten statt kraftvolle Offensive. Druck wird immer stärker.
  6. Entlassung seines langjährigen Vertrauten Glaeseker noch vor dem Höhepunkt der Krise: Was war der wahre Grund?
  7. Beschimpfung der Mobilbox des Chefredakteurs der BILD-Zeitung: Trotz späterer Entschuldigung liefert Wulff ein Dokument der Hilflosigkeit und mangelnden Professionalität.
  8. ARD/ZDF-Interview: Statt 21 Minuten hätte Wulff sich einem zweistündigen Kreuzverhör stellen müssen. Er hätte dann Gelegenheit gehabt, alles auf den Tisch zu legen und Sympathien zurück zu gewinnen. Körpersprache verriet Angst (weisse Knöchel. gefaltete Hände!) und Hilflosigkeit. Die Dauerbenutzung des Wortes "man" statt "ich" zeigt dass Wulff sich wie ein Außenstehender interpretiert. Mangelndes Selbstbewußtsein und mangelnde Souveränität.
  9. Unrichtige Interpretation seines Anrufes bei BILD: Er wollte angeblich nur den Bericht aufschieben, BILD bestreitet das. Er wollte den Artikel verhindern.
  10. Kommunikation über Anwälte. Diesen Weg wählt man, wenn man bereits von allen Geistern verlassen ist.



Meine 10 Sonderwünsche für das Jahr 2012
Dienstag, den 03. Januar 2012 um 17:03 Uhr

  1. Mehr Zeit in den Redaktionen für guten Wirtschaftsjournalismus
  2. Wohlstand für alle (Ludwig Erhard!) statt Armut für alle.
  3. Keine Strafzettel für Handybenutzung
  4. Flugzeuge mit leisen Triebwerken und lärmschonenden Anflügen
  5. Mehr Augenmerk auf die Situation alter Menschen
  6. Lösung der Eurokrise durch unterschiedliche -gesteuerte- Inflationsraten
  7. Rundum-Erneuerung des öffentlich rechtlich verstaubten Fernsehprogramms (Bitte kein Traumschiff mehr...) 
  8. Einführung einer Transparenzbehörde. Dort können z.B. alle Politiker ihre Privatkredite vermelden und jeder kann Einsicht nehmen. 
  9. Joachim Gauck als neuer Bundespräsident
  10. Weniger Steuern, weniger Bürokratie für Selbstständige



Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr ...
Donnerstag, den 22. Dezember 2011 um 17:50 Uhr

... wünsche ich allen, die gelegentlich diesen Blog lesen. Ich bin wirklich gespannt, was das neue Jahr bringt. Trotzdem werde ich jetzt erst einmal die Feiertage genießen und hoffe, Sie können das auch.
Ihr
Ralf-Dieter Brunowsky und hier mein Weihnachtsvideo:
Frohe Weihnachten mit Micky Mouse



Gastautor Heiner Flassbeck über die deutsche Ignoranz in der Eurokrise
Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 18:06 Uhr

Heute habe ich mit meinem alten Freund Heiner Flassbeck telefoniert. Er wundert sich, dass die gesamte angelsächsische Presse seine Warnung vor eine Depression publiziert, während deutsche Wirtschaftsjournalisten - wohl denkend er wäre ein "Linker" in dieser Beziehung eine Ladehemmung zu haben scheinen. Deshalb im folgenden einige m.E. spannende Aussagen des international hoch angesehenen Ökonomen. Weiter unten gebe ich die Stichworte aus seinem Vortragsmanuskript wieder, die Form bitte ich zu entschuldigen...

Am deutschen Wesen...

von

Heiner Flassbeck

Wenn jemand eine Entscheidung trifft, sollte er auch dafür einstehen.
Kompetenz und Haftung, sagte man in den guten alten Zeiten, gehören
zusammen. Das ist heute nicht mehr so, jedenfalls nicht überall und
insbesondere nicht in Europa. So fragt man sich beispielsweise, wer alles
zurücktritt, wenn ein europäischer Gipfel im Dezember 2011 erklärt, die
monatelange Diskussion um einen „Schuldenschnitt“ für Griechenland sei
falsch gewesen, weil man damit die Märkte verunsichert habe.

An der gesamten Euromisere ist ebenfalls eigentlich niemand schuld - oder?
Zum zehnjährigen Jubiläum der physischen Euroeinführung des Euro scheint
es mir angemessen, einige der Dauerfalschmacher einmal beim Namen zu
nennen, weil sonst die gemeinsame europäische Währung untergeht und wir
wissen immer noch nicht, warum.

Das Drama begann schon in den 90er Jahren damit, dass man eine neue
Währung und eine europäische Zentralbank auf den Weg brachte, ohne auch
nur einmal ernsthaft darüber zu reden, welche Art von Geldpolitik diese
Zentralbank machen sollte. Wer wäre schon auf den seltsamen Gedanken
gekommen, eine große geschlossene Volkswirtschaft wie die Eurozone brauche
vielleicht eine andere Geldpolitik als eine relativ kleine offene
Volkswirtschaft wie Deutschland? Nein, was gut für Deutschland war musste
auch gut für Europa sein und die guten Volkswirte, die Deutschland in den
Vorstand der Europäischen Zentralbank (EZB) entsandte, sorgten dafür, dass
das ordnungsgemäß umgesetzt wurde.

Dass dabei enorme Fehler gemacht wurden, hat in Deutschland fast niemand
registriert. Die EZB hat gleich zweimal in den letzten drei Jahren zur
Unzeit, nämlich kurz vor einem Abschwung, die Zinsen erhöht und dann diese
Entscheidungen rasch wieder kassiert. Das zeugt von hoher
Entscheidungsinkompetenz und sollte eigentlich Haftung nach sich ziehen,
aber davon ist nirgendwo die Rede und keiner ist deswegen zurückgetreten.

Ein wichtiger Fehler war auch, dass man den Monetarismus, den Deutschland
nach dem Ende der beiden keynesianisch geprägten Nachkriegsdekaden Anfang
der 70er Jahre übernommen hatte, wegen des deutschen Einflusses selbst im
neuen Jahrtausend als europäische Errungenschaft weiterleben liess. Dass
er dem  deutschen Wirtschaftswunder den Garaus gemacht hatte und
international nach nur einem nur kurzen Gastspiel längst ad acta gelegt
war, scherte die deutschen Geldmengensoldaten namens Tietmeyer, Issing,
Weber und Stark freilich nicht bei ihrer Verteidigung der Unabhängigkeit
der Zentralbank als höchstes aller Güter.

Schließlich, und das war das Schlimmste, wurde die deutsche Vorstellung
von Arbeitsmarktflexibilität und vom Kampf der Nationen um internationale
Marktanteile auf die Verhältnisse innerhalb der Währungsunion und im
Verhältnis der Währungsunion zum Rest der Welt eins zu eins übertragen.
Dass man Länder, die keine eigene Währung mehr haben und mit denen man
gemeinsam ein Inflationsziel festgelegt hat, nicht einfach durch
Unterschreiten des Inflationszieles an die Wand spielen kann, ohne
schwerwiegende Verletzungen zu riskieren, wen kümmerte das schon? Auch die
Tatsache, dass eine riesige Wirtschaftsregion wie die Eurozone gegenüber
dem Rest der Welt einfach zu wenige Gegner in der gleiche Gewichtsklasse
hat, um mit einem Kampf der Nationen auf Dauer erfolgreich sein zu können,
war des Nachdenkens offenbar nicht wert.

Auch die mit dem Standortwettbewerb eng verbundene Frage, ob ein Land mit
offenen Grenzen in einer Währungsunion ohne schwerwiegende Folgen für die
anderen eine Politik machen kann, bei der die eigene Bevölkerung
einschließlich der Unternehmen und des Staates zum Sparen angeregt wird,
hat keinen deutschen Finanzminister nach dem 11. März 1999 auch nur am
Rande bewegt. Denn die einfache Frage, wer die deutschen Ersparnisse von
der Bank abholen und investieren sollte, wenn im Inland alle sparen, haben
sie sich ja erst gar nicht gestellt.
Jetzt, wo die gesamte Eurogemeinschaft mit dem Rücken zur Wand steht,
rächt sich die deutsche Ignoranz. Aber nun verschreibt man einfach der
gesamten EWU das deutsche Wesen und schon ist scheinbar alles in Ordnung.
So musste der Italiener Draghi Anfang Dezember verkünden, alle müssten
jetzt sparen und alle müssten über die Flexibilisierung ihrer
Arbeitsmärkte „ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern“.

Anzunehmen, dass das so einfach wäre nach einem Jahr, in dem in den G 20,
also der wirklich großen Gruppe der wichtigsten Länder, fast nichts
anderes diskutiert wurde als die globalen Ungleichgewichte, ist ein
schlechter Witz. Bei dieser Diskussion in den G 20 saß nämlich Deutschland
mit China zusammen die ganze Zeit schon auf der Anklagebank, weil niemand
sonst auf der Welt weiterhin hohe Defizite im Außenhandel hinnehmen will.
Wie ein Mensch, der halbwegs bei Sinnen ist, zu dem Ergebnis kommen kann,
das, was Deutschland zehn Jahre lang getan hat, könnten nun getrost auch
die anderen in der Eurozone tun, ohne weltweit auf massiven Widerstand zu
stoßen, muss ein Rätsel bleiben.

Zudem fordert der Präsident der EZB zu einem glatten Verstoß gegen seinen
ureigensten Auftrag, die Preisstabilität in Europa zu gewährleisten, auf.
Hier sieht man, dass auch er an schwerem Monetarismus leidet. Es gibt
genau einen stabilen empirischen Zusammenhang, der die Inflationsrate in
Europa sehr gut erklärt, der hat aber nichts mit Geld zu tun. Nur die
Lohnstückkosten, also der Abstand zwischen Nominallohnsteigerung und
Produktivität kann die Inflation befriedigend erklären. Wer aber alle
auffordert, Deutschland in seiner Politik der weit unter dem
Inflationsziel liegenden Lohnstückkostensteigerungen zu folgen, nimmt
sehenden Auges eine Deflation in Kauf und damit einen Verstoß gegen das
Inflationsziel von etwa zwei Prozent, das die EZB vor zehn Jahren selbst
beschlossen hat.

Rezession und Deflation, also verlorene Jahrzehnte nach japanischem
Vorbild, ist das, was Europa nach den „historischen Beschlüssen“ von
Anfang Dezember zu erwarten hat.Wer glaubt, das sei ohne gewaltige
politische Verwerfungen und ohne eine Gefährdung der Demokratie in vielen
Ländern durchzuhalten, ist ein Illusionist.

SO WÜRDE FLASSBECK DEN EURO RETTEN 
(Stichworte aus seinem Vortragsmanuskript)
Erfolgreiche Therapie durch korrekte Diagnose1
(von Friederike Spiecker und Heiner Flassbeck)

• Krisenphänomen hohe Zinsen
• Krisenursache Staatsschulden?
• Hohe Staatsschulden –> hohe Zinssätze?
• Die Euro-Krise ist keine Staatsschuldenkrise
  Wären die Staatsschulden tatsächlich die Ursache für die prohibitiv hohen Zinsen in den Euro-Krisenländern,
• dann müsste Japan mit seinen über 200% Staatsschuldenquote längst pleite sein,
• dann dürfte Spanien mit unter 70% Staatsschulden-quote nicht höhere Zinssätze zahlen als Deutschland mit über 80%,
• dann müssten die USA ungefähr so hohe Zinssätze haben wie Portugal, weil die Staatsschuldenquote in beiden Ländern ca. 100% beträgt,
• dann müssten die Zinsen seit 2008 wegen deutlich zunehmender Staatsschulden in Japan, USA, Deutschland und weiteren Ländern deutlich steigen.
Die Eurokrise ist eine Auslandsschuldenkrise
• Das bedeutet, dass ein Land wegen hoher Auslandsschulden sehr bzw. prohibitiv hohe Zinsen für seine Kredite zahlen muss.
• Hohe Auslandsschulden entstehen durch andauernde u. hohe Defizite im Außenhandel.
• Hohen Defiziten der einen Länder stehen zwangsläufig hohe Überschüsse der anderen gegenüber.
• Handel außer Rand und Band Heutige Ungleichgewichte extrem
• Wie entstehen Handelsungleichgewichte? 
• Defizite im Außenhandel beruhen auf mangelnder, Überschüsse auf hoher internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
• Wettbewerbsfähigkeit ist eine Frage des Preises: Wer preiswert anbietet, gewinnt.
• Das Preisniveau eines ganzen Landes im Vergleich zu dem anderer Länder hängt von seinem Kapitalstock, seinem Lohnniveau und seinem Wechselkurs ab.
• Wie entstehen Handelsungleichgewichte? 
• Der gesamtwirtschaftliche Kapitalstock bestimmt die gesamtwirtschaftliche Produktivität.
• Produktivität und Löhne bestimmen die Lohnstückkosten.
-> Das Preisniveau eines Landes verändert sich ungefähr parallel zu den gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten.
• Löhne und Preise hängen gesamtwirtschaftlich zusammen
• Manche EWU-Länder liegen über, manche unter dem vereinbarten Inflationsziel von 2%
• Manche EWU-Länder liegen über, manche unter dem vereinbarten Inflationsziel von 2%
• Inflationsunterschiede beruhen auf Lohnstückkosten-Divergenz
• Inflationsunterschiede gab es auch früher und sogar wesentlich größere...
•... aber es gab auch das Wechselkursventil
• Entscheidende Voraussetzung für die Stabilität einer Währungsunion
In einer Währungsunion darf es zu
keinen Abweichungen
vom vereinbarten Inflationsziel
kommen,
und zwar weder nach oben noch nach unten,
weil kein Wechselkursventil da ist zum Ausgleichen
der so entstehenden Wettbewerbsdifferenzen
und der sich daraus ergebenden Handelsungleichgewichte.


1.) Warum ist der Euro in der Krise? 

Deutschland hat gegen das 2%-Inflationsziel der EZB seit 1999 massiv verstoßen:
• heutiges deutsches Preisniveau mehr als 

17 %-Punkte unter EZB-Zielvorgabe
  dank Lohndumping (Stichwort „Produktivität für Beschäftigung reservieren“)
• der lohnpolitische Spielraum = Produktivitätszuwachs + Zielinflationsrate

hätte ausgeschöpft werden müssen
-> statt dessen riesige Handelsüberschüsse =  riesiger Vermögensaufbau im Ausland
2.) Warum ist der Euro in der Krise?
Andere Staaten haben in die entgegen gesetzte Richtung gegen das 2%-Inflationsziel verstoßen, aber weniger gravierend, z.B.
  Südeuropa: 7 Prozentpunkte über EZB-Zielvorgabe
-> riesige Handelsdefizite
=  riesige Auslandsschulden
-> Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten
-> prohibitiv hohe Zinsen
Was tun? 


Lücke der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den EWU-Staaten schließen, d.h.gesamtwirtschaftliche Lohnstückkosten-Niveaus wieder einander angleichen.
Der falsche Weg dorthin: Lohnkürzungen in den Krisenstaaten, weiter Bescheidenheit in Gläubigerstaaten?
das führt zu europaweiter Deflation -> Depression, das Schuldenproblem bleibt ungelöst
Und Hilfe (=Nachfrage) aus dem außereuropäischen Ausland (= weitere Verschuldung z.B. der USA)?
-> Währungskrieg mit US-$, Yen, Renminbi -> weltweite Katastrophe
Was tun? 
• Die Lücke der Wettbewerbsfähigkeit auf
nicht-deflationärem Weg
schließen, d.h.
• Deutschland muss das 2%-Inflationsziel nicht nur einhalten,
• sondern ungefähr 10 Jahre überschreiten (3%), damit sich die Krisenländer anpassen können.
• Die Krisenländer dürfen dagegen nur 1% Preissteigerung zulassen
• Das geht nur durch eine EWU-weit koordinierte Lohnpolitik.
• Euro-Rettung durch Lohnkoordination

Euro-Zerstörung durch Gürtel-enger-schnallen!

Fahrplan für die Krisenbewältigung I
• glaubwürdige Ankündigung der EWU-weiten Lohnkoordination und sofortiger Beginn der Umsetzung
• rigorose Schließung des Finanzkasinos (lean banking, 100%-Eigenkapital für Finanzwetten...)
• Beendigung des „Schwarze-Peter-Spiels“ zwischen Regierungen und EZB in der Frage der Finanzierung der Krisenstaaten
Fahrplan für die Krisenbewältigung II
• Finanzierung der Krisenstaaten z.B. mit Eurobonds oder Staatsanleihekäufen
• Beendigung des „Standortwettbewerbs“ zwischen Nationen
• Beendigung der Austeritätsprogramme
• Staat muss die Verteilungsaufgabe der Lohnpolitik unterstützen
• Es bleibt nur noch wenig Zeit


 „Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los!“



Ein ehemaliger FDP-Landesvorsitzender über die Probleme der Partei
Donnerstag, den 15. Dezember 2011 um 12:41 Uhr


Nach dem Rücktritt von Lindner: Was ist eigentlich das Problem der FDP?
Die strukturellen Probleme der Partei haben sich in Westerwelles und Röslers Amtszeit als Bundesvorsitzende der Liberalen offenbar nicht wirklich geändert. Im Februar 2005 schrieb der ehemalige Landesvorsitzende der bayerischen FDP(1998-2000), Hermann Stützer, der 2002 aus der FDP ausgetreten war, im Rahmen einer Rezension des Buches  "Skandal FDP":

Es ist viel Positives über Fritz Goergens' Buch geschrieben worden. Ich schließe mich an mit einigen Bemerkungen aus der Sicht des ehem. "Insiders" auf schwierigem bayerischem Terrain.Zunächst ist für mich auffällig das disziplinierte Bemühen des Autors um eine schwierige Distanz zu den Dingen. Mein Kompliment, das war nicht selbstverständlich und es ist gelungen.
An Kritiker die Frage: wer soll eigentlich eine innere Situationsanalyse von Parteien besser machen als Frontmenschen derselben?
Herauszustellen aus meiner Sicht wäre allerdings auch ein Hinweis auf die völlige Unfähigkeit der Bundes-FDP, die Verbindung mit ihrer eigenen Basis herzustellen und der Basis, die Partei in der Nähe des Volkes irgendwann auch einmal wirklich zu verankern. Das erst machte sie letztendlich zu einer Partei für das Volk. Menschen, die an leitender Stelle schon erfolgreich begonnen hatten, diesen Weg nachhaltig zu beschreiten, wurden brutal hinweggemobbt. Keinerlei Reaktion des Bundesvorstands.
Inzwischen fehlt es mehr und mehr an den inneren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Positionierung nach aussen. Die FDP stellt in einst wichtigen Bereichen ihrer noch wahr zu nehmenden Existenz intern das Gegenteil dar von dem, was nicht nur ihr stets hemmungslos überschätzter, fischäugiger Vorsitzender nach aussen stereotyp politisch forderte und persönlich vertrat: Sie ist überbürokratisiert, im Umgang mit sich selbst regulistisch und sie ist alles andere als eine Rechtspartei im Innern, denn sie beugt ihre eigene Satzung und arbeitet mit totalitären Mitteln. Und, was noch schwerer drückt: eine programmatische Entwicklung wird oftmals geradezu taktisch behindert. Dies ist entlarvend deshalb, weil der Grund dafür jene Parteimitglieder sind, die, zu programmatisch-Beachtenswertem selbst nicht fähig, nur eine jeweils fassadene Schein- Bedeutsamkeit auf irgend einem erreichten Parteitreppchen sichern wollen. Das können sie dann in Konsequenz nur durch möglichst perfekte Beherrschung des einzigen Mittels, das mangels Potenz noch übrig bleibt: der Kunst der parteiinternen Intrige. Sie beherrscht die FDP. Diese Dinge sind draussen spürbar, immer öfter auch brutal sichtbar. Ein Indiz für den erreichten Zustand der Partei ist der Umstand, dass sie von den konkurrierenden Parteien gar nicht mehr angegriffen wird. Sie ist kein Gegner mehr.
Das Ergebnis solch interner Zustände ist z.B. Bodensatz. Darunter zu verstehen sind Leute, die die Partei niemals verlassen würden, die aber selbst kaum mehr zu bieten haben als die Pflege irgend einer Seilschaft. Ihre überaus große Vielzahl und faktische Bedeutsamkeit lähmt die Partei und macht sie in ihren Gliederungen oft unführbar. Und sie vertreibt wertvolle Mitglieder.
Ein zugegeben etwas kindisch-utopischer, nichtsdestoweniger erhellender Gedanke beschriebe die Wüstenei des politischen Liberalismus 2005 in Gestalt der FDP ganz gut: ... Aus allen jenen liberal gesinnten Menschen, die diese Partei schon einmal frustriert verlassen haben, eine Partei zu bilden. Ja, das wär was. Den Rest braucht eigentlich keiner in dieser Republik, das ist schon richtig.

Fritz Goergens Buch erzählt viel davon. Es sollten die Mitglieder aller Parteien lesen und Studierende sollten es studieren. Es muss schmerzhaft gewesen sein es zu schreiben. Es könnte heilsam sein für Mitmenschen, die nicht nur hören, sondern auch zuhören können. Und die bereit sind, so ein Buch einmal völlig unvoreingenommen ernst zu nehmen - vorsorglich wenn's sein muss.
Auch und vor allem in der FDP.

Im Österreichischen Rundfunk gab es einmal eine fünfminütige Mitternachtssendung mit stiller Betrachtung zum Tagesausklang. Sie hiess: "Einfach zum Nachdenken". Fritz Goergen's Buch hat mich seltsam unvermittelt daran erinnert.
Hermann Stützer
Landesvorsitzender FDP in Bayern (1998-2000)
Mitglied im Bundesvorstand (1998-2001)
Ausgetreten im Juli 2002



Sieh mal einer an, unser Bundespräsident...
Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 14:02 Uhr

Dass sich ein Ministerpräsident 500 000 Euro für 4% Zinsen von der Frau des "befreundeten" Unternehmers Egon Geerken leiht, ist schon ein starkes Stück. Den Florida-Urlaub im Haus dieses "Freundes" hatte Wulff vor einiger Zeit im niedersächsischen Parlament zugegeben, den Kredit  hatte er geflissentlich verschwiegen und später durch einen Bank-Kredit vorzeitig  abgelöst, wie die BILD Zeitung jetzt aufdeckte. Laut stern.de war  Egon Geerkens dreimal Teilnehmer von Wirtschaftsdelegationen bei Auslandsreisen, die Christian Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident unternahm. Weder bei seinen Vorgängern im Amt des Ministerpräsidenten noch bei seinem Nachfolger David McAllister (CDU) gehörte Geerkens zu derartigen Delegationen.


Von "befreundeten Unternehmern" zu sprechen, ist allein schon eine Chuzpe. Die Freundschaft nehme ich Politikern nur ab, wenn sie Leute aus Zeiten vor ihrer Karriere schon als Freunde hatten. Klar, so eine Scheidung ist teuer, und da sind Freundschaften sehr hilfreich. Wie heißt es so schön: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Für mich ist die Darlehensvergabe an Wulff nichts anderes als Korruption. Und das ausgerechnet mit dem obersten Moralhüter der Nation.
Ich glaube Christian Wulff künftig kein Wort mehr.


P.S.Vor wenigen Tagen wurden laut dem Verwaltungswissenschaftler von Arnim die Pensionen aller hohen Beamten erhöht - angeblich bis zu 600 Euro monatlich für einen Staatssekretär.





Merkels Meisterleistung und Kleinbritannien
Samstag, den 10. Dezember 2011 um 15:41 Uhr

Das Gruppenfoto vom Abschluss des Krisengipfels zeigt Angela Merkel mit den anderen 26 Teilnehmern ganz hinten in der dritten Reihe - man sieht gerade mal ihren Kopf.  Ihre Bescheidenheit im Umgang mit den anderen Mitgliedsstaaten ist auch ihr Erfolgsrezept. Dass sie es gemeinsam mit Sarkozy geschafft hat, 25 andere Staaten bis auf Großbritannien für eine gemeinsamen Schuldenbegrenzung zu gewinnen, ist ein gigantischer diplomatischer Erfolg. Wen interessiert da noch die Bockigkeit Großbritanniens? Die Briten wollten den Euro nie, also sollen sie ruhig ihren eigenen Weg gehen. Sicherheitspolitisch sind und bleiben sie unsere Verbündeten in der Nato. Wirtschafts- und finanzpolitisch können sie ihren eigenen Weg ohne den Euro gehen. Aber aus dem Groß- ist jetzt ein Kleinbritannien geworden. Und das ist gut so.



Zahlt hier irgendein Journalist gerne Steuern?
Mittwoch, den 30. November 2011 um 20:25 Uhr

Ich wundere mich, dass die Medien durchweg Steuersenkungen kritisieren. Haushaltskonsolidierung hat Vorrang, und damit ist das Thema gleich beendet.
Wer heute 3000 Euro brutto im Monat verdient , und das ist kein schlechtes Einkommen, behält bei Steuerklasse I nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern etwa 1830 Euro netto übrig. Von diesem Geld zahlt er noch Mehrwertsteuer mit jedem Einkauf plus Alkoholsteuer, Benzinsteuer, KFZ-Steuer, Hundesteuer, Versicherungssteuer, und mehr. Gibt der Mann 700 Euro für Miete aus, dann bleiben ihm 1130 Euro für Konsum und Sparen. davon dürften etwa 150 Euro Mehrwertsteuer (was für ein Name...) an den Staat gehen. Wenn er eine Schachtel pro Tag  raucht, gehen 150 Euro in die Luft. Verbleiben 830 Euro für Strom,. Lebensmittel, Handy und Benzin. Dann zahlt er noch Gebühren für jeden Gang zum Amt, beispielsweise für den neuen Personalausweis. Nichts ist kostenlos auf dem Amt - trotz aller bereits bezahlten Steuern. Dann zahlt er für Handy-Benutzung im Auto nochmal 40 Euro. Oder hier und dort immer wieder einen Strafzettel.
Dann kommt die GEZ und kassiert Gebühren fürs öffentlich-rechtliche Verschwendungsfernsehen. Der Staat - Bund-Länder und Kommunen und die ganzen öffentlich-rechtlichen Körperschaften - alle schröpfen sie den Bürger.
Das alles machen Journalisten brav mit und warnen davor, die Steuern zu senken statt Druck zu machen. Warum verlangt man von Griechenland, was man hier selbst nicht hinbekommt? Es gibt unendlich viele Beispiel für Verschwendung von Steuergeldern. Wieso muss die Polizei Stadien schützen? Warum bezahlen das nicht die reichen Bundesliga-Clubs selbst? Warum müssen wir staatliche Lottogesellschaften als goldenes Abstellgleis für Kommunalpolitiker unterhalten? Warum wird der Bergbau immer noch subventioniert? Warum schafft man überflüssige Behörden nicht ab?
 Wenn schon ein Verdiener von 3000 Euro brutto so viel an den Staat abzweigen muss - wo steuern wir eigentlich hin?
Und warum richtet sich die Wut der Bürger nicht gegen die Hunderte von Milliarden zur Rettung von Banken und Staaten, wenn gleichzeitig kein Geld für Schulen und Kindergärten da ist?
Es werden schon rein demografisch  immer weniger, die man schröpfen kann. Irgendwann machen die Bürger nicht mehr mit. In Deutschland sind allerdings keine Revolutionen zu erwarten. Weil, wie Lenin sagte: "In Deutschland sind Revolutionen verboten".




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