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| Der tragische Minister 09/02/2009 | Administrator "Jetzt werden sie alle wieder ihre Häme ausgießen über Michael Glos, den machtlosen Wirtschaftsminister, der nicht einmal seinen eigenen Rücktritt durchsetzen kann. Das ist a [ ... ] |
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| Verkaufen - das Herz der Wirtschaft Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 17:12 Uhr Heute einmal ein Lob auf alle, die Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Einer meiner Freunde hatte vor vielen Jahren nach dem 2.Jura-Examen bei der Allianz angefangen. Sein erster Auftrag war es, sich bei fünf Wohnblocks durch alle Wohnungen durchzuklingeln und Versicherungen zu verkaufen. Er brachte fünf Verträge von dieser Aktion mit. Was er erst später erfuhr: Hinter ihm hatte sich ein weiterer Allianz-Mann durchgeklingelt und überall gefragt, ob mein Freund dort auch geklingelt hatte. Verkaufen ist nicht leicht. Ich selbst hatte während meines Studiums mal versucht, nach einem 14tägigen Seminar Vermögensbildungsverträge zu verkaufen. Bei meinem ersten Besuch konnte ich einen etwa 65jährigen überreden. Als er gerade unterschreiben wollte, kam seine Frau zur Tür rein, schrie mich an, ihr Mann begann zu weinen "der hat mich völlig zugequasselt" - und sie schmiss mich achtkantig raus. Das war das Ende meiner kurzen Versicherungskarriere. Heutzutage ist es nicht viel leichter zu verkaufen. Aber wenn man hartnäckig am Ball bleibt, kann es selbst in aussichtslosen Situationen zum Erfolg kommen. Sei es, Kreditkarten am Flughafen zu verkaufen, sei es am Telefon Kunden zu gewinnen. Auch wenn man es kaum glaubt, hier werden wirklich Kunden eingesammelt. Als ich noch beim Wirtschaftsmagazin Impulse arbeitete, hatten wir eine Titelgeschichte "Der beste Verkäufer". Es war wieder einer von der Allianz. Seine Generalvertretung verwaltete über 18.000 Verträge, die mit der Zeit akquiriert worden waren und schöne regelmäßige Provisionen brachten. Gefragt nach seiner wichtigsten Regel antwortete der Mann: Beim siebten Besuch unterschreibt jeder. Eben ein echter Versicherungsvertreter. In Deutschland gibt es viele erfolgreiche Verkaufstrainer. Einen habe ich gerade kennen gelernt. Am besten fand ich seinen Spruch: "Ein schlechter Verkäufer sagt alles was er weiß, ein guter weiß, was er sagt". Die besten Verkäufer sind übrigens oft die Unternehmenschefs/-chefinnen selber. Wer eine neue Firma gründet, kann nur Erfolg haben, wenn er/sie seine/ihre Produkte an den Mann/die Frau bringt. Ich gehöre deshalb auch nicht zu den Leuten die ihren Briefkasten mit dem Warnhinweis "keine Werbung" versehen (obwohl man heute eigentlich nur noch Werbung oder Rechnungen im Briefkasten findet). Verkaufen muss sein, und weil es soviele gute Verkäufer gibt, läuft auch unsere Wirtschaft rund. Also, weiter so, Leute. Ich finde Vertrieb Klasse. |
| Herr Klusmann, retten Sie Capital Dienstag, den 24. Januar 2012 um 21:58 Uhr Nach meiner Kritik an Capital scheint der Chefredakteur von Capital, Steffen Klusmann sauer auf mich zu sein. Jedenfalls beantwortet er meine Emails nicht mehr wie früher. Ich hatte vor kurzem in diesem Blog den Niedergang von Capital bedauert. Ich vermute, das ist der Grund. Die Vermengung der Redaktionen in Hamburg (FTD, Capital, Impulse, Börse Online) halte ich nach wie vor für einen zentralen Fehler, der vor allem Capital schadet. Das Blatt hat immer noch einen guten Namen, jedoch einen horrenden Auflagenverlust von einst 330 000 auf jetzt 160 000 (davon 40 000 im Lesezirkel). Die Unternehmensgeschichten sind ganz ordentlich, aber der Geldteil hat kein Rückgrat mehr, die Inhalte sind austauschbar, sie könnten überall stehen. Man erinnert sich an keine Geschichte, wenn man das Heft durchgeblättert hat. Es fehlen die Highlights. Die Rückumstellung auf den Monatsrhythmus hat die Erlöse weiter gesenkt. Lieber Herr Klusmann, retten Sie Capital, sorgen Sie für eine Abtrennung und die RÜCKKEHR ZUR EIGENEN IDENTITÄT. Überlassen Se FTD, Impulse und Börse Online anderen Chefredakteuren, konzentrieren Sie sich auf ein Revival dieser stolzen Marke. Sie sind ein guter Journalist. Als Chefredakteur muss man noch etwas draufsetzen und strategisch denken. Es reicht nicht, wenn man so gerade überlebt. Sie sollten im übrigen in der Öffentlichkeit präsenter sein. Wirtschaftsmedien brauchen publizistische Köpfe, die man wahrnimmt, keine, die sich hinter ihrer Arbeit verstecken. Das ist übrigens auch wichtig fürs darbende Anzeigengeschäft. |
| Monti´s phänomenaler Start Montag, den 23. Januar 2012 um 15:21 Uhr Es zeigt sich, das die Wahl Monti´s als Nachfolger von Berlusconi eine vielversprechende Wahl war. Monti hat als einer der wenigen Regierungschefs hohe ökonomische Kompetenz. Er hat als Wettbewerbskommissar große Konzerne das Fürchten gelehrt. "Wachse, Italien" ist denn auch die beste Methode mit der Krise fertig zu werden. Nur Wachstum bringt höhere Steuereinnahmen und damit die Fähigkeit zurück, Schulden bezahlen zu können. Wachstum, und das haben in Deutschland viele nicht begriffen, weil der FDP niemand mehr zuhört, Wachstum entsteht durch Wettbewerb. Dass jetzt italienische Taxifahrer, Apotheker und Freiberufler lamentieren zeigt, dass Monti mit seinen Liberalisierungsmaßnahmen den richtigen Nerv getroffen hat. Wachstum wird verhindert, wenn Preise und Monopole festgeschrieben werden. Nur wenn Newcomern der Eintritt in den Markt nicht versperrt wird - etwa durch das Gift limitierter Konzessionen, entsteht Wettbewerb. (Da wäre in Deutschland übrigens noch einiges zu tun: Wieso muss ich eigentlich für ein 20 Jahre altes Taxi genau soviel zahlen wie für eine moderne geräumige Limousine?) Es gibt in jeder Wirtschaft angestammt Pfründe (beispielsweise auch im Pressevertrieb), die Wettbewerb aushebeln. Dass Monti jetzt 5000 Apotheker zusätzlich zulassen will, ist nur ein kleines Zahnrad, aber es zeigt die Richtung. Überdies handelt Monti mit seinen Planvorgaben (11 Prozent Wachstum und 12 Prozent höhere Löhne) außerordentlich klug. Es ist, als ob die Soziale Marktwirtschaft wieder aufersteht, ausgerechnet in Italien. Ich drücke Monti alle Daumen, er wird es schaffen! |
| Wilhelm von Finck Deutsche Family Office AG Mittwoch, den 18. Januar 2012 um 14:46 Uhr Wir freuen uns über unseren neuen Mandanten Wilhelm von Finck Deutsche Family Office AG - siehe auch: http://wvf-dfo.de.
Damit schenkt eine weitere renommierte Vermögensverwaltung unserer Kommunikationsberatung ihr Vertrauen. Der Spezialist für komplexe Vermögensanlagen mit Sitz in München und Frankfurt ist im letzten Jahr aus einem Zusammenschluss der Wilhelm von Finck AG mit der zur Deutschen Bank gehörenden Deutsche Family Office GmbH entstanden und betreut große Vermögen von privaten und institutionellen Anlegern.
Laut Handelsblatt Elite Report gehört die Wilhelm von Finck Deutsche Family Office AG gehört zur "Elite der deutschen Vermögensverwaltungen".
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| Kreuzfahrten auf dem Prüfstand Montag, den 16. Januar 2012 um 14:01 Uhr Das Leben erzählt manchmal Geschichten, die sich kein Filmemacher aufregender ausdenken könnte. Schon die Berichte über Monsterwellen, die bei mehreren Kreuzfahrtschiffen die Fenster der Kapitänsbrücke zerschmettert haben, ließen uns stutzig werden. Solche Wellen können - wie im Fall des Kreuzfahrtschiffes Bremen - die ganze Elektrik eines Schiffes lahmlegen: Am 22. Februar 2001 war die Brücke der "Bremen" von einer 35-Meter-Welle getroffen worden. Das Kreuzfahrtschiff lag eine halbe Stunde quer zu den Wellen mit immer größerer Schlagseite und manövrierunfähig im eiskalten Wasser der Antarktis und wäre gesunken, wenn es nicht einem Bordingenieur in letzter Minute gelungen wäre, den Notgenerator in Gang zu bekommen. Inzwischen wurden eine ganze Reihe solcher Unfälle diagnostiziert.
Aber das war ein kleines Kreuzfahrtschiff mit 137 Passagieren.
Jetzt kommt dieses Unglück eines 113 000 Tonnen Schiffes mit über 4200 Menschen an Bord, das alle Facetten einer Titanic hat - bis auf den offensichtlich durchgedrehten Kapitän der Costa Concordia und dem glücklichen Umstand, dass durch die Nähe zum Ufer und den heroischen Einsatz vieler Helfer fast alle gerettet werden konnten. Kaum zu glauben, dass so ein Dampfer über Granitfelsen fährt und umkippt.
Es wird Zeit, dass man sich einmal mit der Sicherheit und den Arbeitsbedingungen auf solchen Fleischdampfern, wie man bei der Marine sagt, beschäftigt. Im Fernsehen zeigten sie die "Sicherheitsübung" einer großen italienischen Fähre im Hafen, bei der Rettungsboote klemmten und ratlose Mannschaften nicht wussten, was sie tun sollten.
Wie ist die Ausbildung? Wie die Bezahlung? Wie die Sicherheitskonstruktion? Wie werden die Rettungsboote in Schuss gehalten? Wie finden Passagiere im Notfall heraus? Müssen solche Kapitäne ähnlich wie bei Piloten durch aufwändige fachliche und psychologische Tests gehen? Wie ist die Beflaggung? Alles Billigländer? Und so weiter...
Da ist einiges zu prüfen.
Wenn die Kreuzfahrt-Reedereien ihr Geschäft bleiben wollen, dann sollten sie für sichere Schiffe sorgen.
P.S. Mich persönlich reizt nichts an Schiffen mit 4200 Passagieren und Mannschaften , egal wohin sie fahren, ich segle lieber. Das Märchen vom Traumschiff ist für mich eher ein Albtraum. Gut essen kann ich auch an Land, und wenn ich Hafenstädte besichtigen will, dann fliege ich lieber ein paar Tage dorthin.
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| Brunowsky´s Business Monitor: Our success - the PIIGS´s Problem Samstag, den 07. Januar 2012 um 16:39 Uhr Brunowsky´s Business Monitor: Our success - the PIIGS´s Problem: From Ralf-Dieter Brunowsky Germany is the best working economy in the middle of the financial and banking crisis. Unemployment hits the l... |
| Our success - the PIIGS´s Problem Samstag, den 07. Januar 2012 um 16:39 Uhr From Ralf-Dieter Brunowsky Germany is the best working economy in the middle of the financial and banking crisis. Unemployment hits the lowest level since 20 years, car industry is extremely successful, exports to asia - especially china reaches amazing numbers. AUDI for example exported 313 000 cars last year alone - 37 percent more than last year. Volkswagen, it´s mother company, sold first time ever more than 8 million cars worldwide. Wow! So how come? I can see five reasons: 1.) Chancellor Angela Merkel provides a stable well anchored policy. She is reliable, her word counts internationally. Her Treasure Secretary (Finance Minister) Wolfgang Schaueble does a good job. Although its Coalition Partner FDP is in permanent trouble the Government is stable and Merkel is a modest but extremely efficient leader. 2.) Germany´s deregulation of labour market is a result of former chancellor Gerhard Schroeders "Agenda 2010". It was the key factor to revitalize Germany´s productivity. 3.) Having a lower inflation rate than the other Euro-Countries Germanys competitiveness is permanently increasing compared to the other countries. 4.) Germany has the best conditions in the bond market ever. It can borrow money so cheap as never and refinance former bonds with higher interest rates. 5.) Decreasing unemployment means increasing tax income for the government - plus much more payments to the the social security institutions. 2011 alone created 700 000 new jobs which pay additional into social security-funds. So why worrying? Because Germany´s succees will be its future problem: The politicians have neclected the main cause of the debt crisis: Germanys surpluses against most members of the Euro Zone. The economies of the PIIGS (Portugal, Ireland, Italy, Spain) cannot and will not recover through austerity programs. They need urgently more growth for debt reduction. Therefore the only way seems to me (see also Heiner Flassbeck Unctad) - steered by the ECB - Lower inflation rates for PIIGS and higher inflation rates for Germany. Only this would help to reduce the surpluses of Germany against PIIGS, because PIIGS are right now forced to finance Germanys surpluses (and vice versa their deficits). Over the last years this cumulated to about 400 Billion Euros debt from PIIGS against Germanys Bundesbank. |
| Bundespräsidenten-Kommunikation: Wulffs zehn Fehler Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 12:39 Uhr ![]() Quelle: Tagesschau.de Christian Wulff hat immer noch eine vernichtende Presse. Mal abgesehen von den inhaltlichen Vorwürfen: So viele Kommunikationsfehler wie er hat noch kein Politiker in so kurzer Zeit angesammelt. Ich habe einmal die wichtigsten Fehler seiner Krisenkommunikation zusammen gestellt:
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| Meine 10 Sonderwünsche für das Jahr 2012 Dienstag, den 03. Januar 2012 um 17:03 Uhr
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| Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr ... Donnerstag, den 22. Dezember 2011 um 17:50 Uhr ... wünsche ich allen, die gelegentlich diesen Blog lesen. Ich bin wirklich gespannt, was das neue Jahr bringt. Trotzdem werde ich jetzt erst einmal die Feiertage genießen und hoffe, Sie können das auch. Ihr Ralf-Dieter Brunowsky und hier mein Weihnachtsvideo: Frohe Weihnachten mit Micky Mouse |
| Gastautor Heiner Flassbeck über die deutsche Ignoranz in der Eurokrise Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 18:06 Uhr Heute habe ich mit meinem alten Freund Heiner Flassbeck telefoniert. Er wundert sich, dass die gesamte angelsächsische Presse seine Warnung vor eine Depression publiziert, während deutsche Wirtschaftsjournalisten - wohl denkend er wäre ein "Linker" in dieser Beziehung eine Ladehemmung zu haben scheinen. Deshalb im folgenden einige m.E. spannende Aussagen des international hoch angesehenen Ökonomen. Weiter unten gebe ich die Stichworte aus seinem Vortragsmanuskript wieder, die Form bitte ich zu entschuldigen... Am deutschen Wesen... von Heiner Flassbeck Wenn jemand eine Entscheidung trifft, sollte er auch dafür einstehen. Kompetenz und Haftung, sagte man in den guten alten Zeiten, gehören zusammen. Das ist heute nicht mehr so, jedenfalls nicht überall und insbesondere nicht in Europa. So fragt man sich beispielsweise, wer alles zurücktritt, wenn ein europäischer Gipfel im Dezember 2011 erklärt, die monatelange Diskussion um einen „Schuldenschnitt“ für Griechenland sei falsch gewesen, weil man damit die Märkte verunsichert habe. An der gesamten Euromisere ist ebenfalls eigentlich niemand schuld - oder? Zum zehnjährigen Jubiläum der physischen Euroeinführung des Euro scheint es mir angemessen, einige der Dauerfalschmacher einmal beim Namen zu nennen, weil sonst die gemeinsame europäische Währung untergeht und wir wissen immer noch nicht, warum. Das Drama begann schon in den 90er Jahren damit, dass man eine neue Währung und eine europäische Zentralbank auf den Weg brachte, ohne auch nur einmal ernsthaft darüber zu reden, welche Art von Geldpolitik diese Zentralbank machen sollte. Wer wäre schon auf den seltsamen Gedanken gekommen, eine große geschlossene Volkswirtschaft wie die Eurozone brauche vielleicht eine andere Geldpolitik als eine relativ kleine offene Volkswirtschaft wie Deutschland? Nein, was gut für Deutschland war musste auch gut für Europa sein und die guten Volkswirte, die Deutschland in den Vorstand der Europäischen Zentralbank (EZB) entsandte, sorgten dafür, dass das ordnungsgemäß umgesetzt wurde. Dass dabei enorme Fehler gemacht wurden, hat in Deutschland fast niemand registriert. Die EZB hat gleich zweimal in den letzten drei Jahren zur Unzeit, nämlich kurz vor einem Abschwung, die Zinsen erhöht und dann diese Entscheidungen rasch wieder kassiert. Das zeugt von hoher Entscheidungsinkompetenz und sollte eigentlich Haftung nach sich ziehen, aber davon ist nirgendwo die Rede und keiner ist deswegen zurückgetreten. Ein wichtiger Fehler war auch, dass man den Monetarismus, den Deutschland nach dem Ende der beiden keynesianisch geprägten Nachkriegsdekaden Anfang der 70er Jahre übernommen hatte, wegen des deutschen Einflusses selbst im neuen Jahrtausend als europäische Errungenschaft weiterleben liess. Dass er dem deutschen Wirtschaftswunder den Garaus gemacht hatte und international nach nur einem nur kurzen Gastspiel längst ad acta gelegt war, scherte die deutschen Geldmengensoldaten namens Tietmeyer, Issing, Weber und Stark freilich nicht bei ihrer Verteidigung der Unabhängigkeit der Zentralbank als höchstes aller Güter. Schließlich, und das war das Schlimmste, wurde die deutsche Vorstellung von Arbeitsmarktflexibilität und vom Kampf der Nationen um internationale Marktanteile auf die Verhältnisse innerhalb der Währungsunion und im Verhältnis der Währungsunion zum Rest der Welt eins zu eins übertragen. Dass man Länder, die keine eigene Währung mehr haben und mit denen man gemeinsam ein Inflationsziel festgelegt hat, nicht einfach durch Unterschreiten des Inflationszieles an die Wand spielen kann, ohne schwerwiegende Verletzungen zu riskieren, wen kümmerte das schon? Auch die Tatsache, dass eine riesige Wirtschaftsregion wie die Eurozone gegenüber dem Rest der Welt einfach zu wenige Gegner in der gleiche Gewichtsklasse hat, um mit einem Kampf der Nationen auf Dauer erfolgreich sein zu können, war des Nachdenkens offenbar nicht wert. Auch die mit dem Standortwettbewerb eng verbundene Frage, ob ein Land mit offenen Grenzen in einer Währungsunion ohne schwerwiegende Folgen für die anderen eine Politik machen kann, bei der die eigene Bevölkerung einschließlich der Unternehmen und des Staates zum Sparen angeregt wird, hat keinen deutschen Finanzminister nach dem 11. März 1999 auch nur am Rande bewegt. Denn die einfache Frage, wer die deutschen Ersparnisse von der Bank abholen und investieren sollte, wenn im Inland alle sparen, haben sie sich ja erst gar nicht gestellt. Jetzt, wo die gesamte Eurogemeinschaft mit dem Rücken zur Wand steht, rächt sich die deutsche Ignoranz. Aber nun verschreibt man einfach der gesamten EWU das deutsche Wesen und schon ist scheinbar alles in Ordnung. So musste der Italiener Draghi Anfang Dezember verkünden, alle müssten jetzt sparen und alle müssten über die Flexibilisierung ihrer Arbeitsmärkte „ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern“. Anzunehmen, dass das so einfach wäre nach einem Jahr, in dem in den G 20, also der wirklich großen Gruppe der wichtigsten Länder, fast nichts anderes diskutiert wurde als die globalen Ungleichgewichte, ist ein schlechter Witz. Bei dieser Diskussion in den G 20 saß nämlich Deutschland mit China zusammen die ganze Zeit schon auf der Anklagebank, weil niemand sonst auf der Welt weiterhin hohe Defizite im Außenhandel hinnehmen will. Wie ein Mensch, der halbwegs bei Sinnen ist, zu dem Ergebnis kommen kann, das, was Deutschland zehn Jahre lang getan hat, könnten nun getrost auch die anderen in der Eurozone tun, ohne weltweit auf massiven Widerstand zu stoßen, muss ein Rätsel bleiben. Zudem fordert der Präsident der EZB zu einem glatten Verstoß gegen seinen ureigensten Auftrag, die Preisstabilität in Europa zu gewährleisten, auf. Hier sieht man, dass auch er an schwerem Monetarismus leidet. Es gibt genau einen stabilen empirischen Zusammenhang, der die Inflationsrate in Europa sehr gut erklärt, der hat aber nichts mit Geld zu tun. Nur die Lohnstückkosten, also der Abstand zwischen Nominallohnsteigerung und Produktivität kann die Inflation befriedigend erklären. Wer aber alle auffordert, Deutschland in seiner Politik der weit unter dem Inflationsziel liegenden Lohnstückkostensteigerungen zu folgen, nimmt sehenden Auges eine Deflation in Kauf und damit einen Verstoß gegen das Inflationsziel von etwa zwei Prozent, das die EZB vor zehn Jahren selbst beschlossen hat. Rezession und Deflation, also verlorene Jahrzehnte nach japanischem Vorbild, ist das, was Europa nach den „historischen Beschlüssen“ von Anfang Dezember zu erwarten hat.Wer glaubt, das sei ohne gewaltige politische Verwerfungen und ohne eine Gefährdung der Demokratie in vielen Ländern durchzuhalten, ist ein Illusionist. SO WÜRDE FLASSBECK DEN EURO RETTEN (Stichworte aus seinem Vortragsmanuskript) Erfolgreiche Therapie durch korrekte Diagnose1 (von Friederike Spiecker und Heiner Flassbeck) • Krisenphänomen hohe Zinsen • Krisenursache Staatsschulden? • Hohe Staatsschulden –> hohe Zinssätze? • Die Euro-Krise ist keine Staatsschuldenkrise Wären die Staatsschulden tatsächlich die Ursache für die prohibitiv hohen Zinsen in den Euro-Krisenländern, • dann müsste Japan mit seinen über 200% Staatsschuldenquote längst pleite sein, • dann dürfte Spanien mit unter 70% Staatsschulden-quote nicht höhere Zinssätze zahlen als Deutschland mit über 80%, • dann müssten die USA ungefähr so hohe Zinssätze haben wie Portugal, weil die Staatsschuldenquote in beiden Ländern ca. 100% beträgt, • dann müssten die Zinsen seit 2008 wegen deutlich zunehmender Staatsschulden in Japan, USA, Deutschland und weiteren Ländern deutlich steigen. Die Eurokrise ist eine Auslandsschuldenkrise • Das bedeutet, dass ein Land wegen hoher Auslandsschulden sehr bzw. prohibitiv hohe Zinsen für seine Kredite zahlen muss. • Hohe Auslandsschulden entstehen durch andauernde u. hohe Defizite im Außenhandel. • Hohen Defiziten der einen Länder stehen zwangsläufig hohe Überschüsse der anderen gegenüber. • Handel außer Rand und Band Heutige Ungleichgewichte extrem • Wie entstehen Handelsungleichgewichte? • Defizite im Außenhandel beruhen auf mangelnder, Überschüsse auf hoher internationaler Wettbewerbsfähigkeit. • Wettbewerbsfähigkeit ist eine Frage des Preises: Wer preiswert anbietet, gewinnt. • Das Preisniveau eines ganzen Landes im Vergleich zu dem anderer Länder hängt von seinem Kapitalstock, seinem Lohnniveau und seinem Wechselkurs ab. • Wie entstehen Handelsungleichgewichte? • Der gesamtwirtschaftliche Kapitalstock bestimmt die gesamtwirtschaftliche Produktivität. • Produktivität und Löhne bestimmen die Lohnstückkosten. -> Das Preisniveau eines Landes verändert sich ungefähr parallel zu den gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. • Löhne und Preise hängen gesamtwirtschaftlich zusammen • Manche EWU-Länder liegen über, manche unter dem vereinbarten Inflationsziel von 2% • Manche EWU-Länder liegen über, manche unter dem vereinbarten Inflationsziel von 2% • Inflationsunterschiede beruhen auf Lohnstückkosten-Divergenz • Inflationsunterschiede gab es auch früher und sogar wesentlich größere... •... aber es gab auch das Wechselkursventil • Entscheidende Voraussetzung für die Stabilität einer Währungsunion In einer Währungsunion darf es zu keinen Abweichungen vom vereinbarten Inflationsziel kommen, und zwar weder nach oben noch nach unten, weil kein Wechselkursventil da ist zum Ausgleichen der so entstehenden Wettbewerbsdifferenzen und der sich daraus ergebenden Handelsungleichgewichte. 1.) Warum ist der Euro in der Krise? Deutschland hat gegen das 2%-Inflationsziel der EZB seit 1999 massiv verstoßen: • heutiges deutsches Preisniveau mehr als 17 %-Punkte unter EZB-Zielvorgabe dank Lohndumping (Stichwort „Produktivität für Beschäftigung reservieren“) • der lohnpolitische Spielraum = Produktivitätszuwachs + Zielinflationsrate hätte ausgeschöpft werden müssen -> statt dessen riesige Handelsüberschüsse = riesiger Vermögensaufbau im Ausland 2.) Warum ist der Euro in der Krise? Andere Staaten haben in die entgegen gesetzte Richtung gegen das 2%-Inflationsziel verstoßen, aber weniger gravierend, z.B. Südeuropa: 7 Prozentpunkte über EZB-Zielvorgabe -> riesige Handelsdefizite = riesige Auslandsschulden -> Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten -> prohibitiv hohe Zinsen Was tun? Lücke der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den EWU-Staaten schließen, d.h.gesamtwirtschaftliche Lohnstückkosten-Niveaus wieder einander angleichen. Der falsche Weg dorthin: Lohnkürzungen in den Krisenstaaten, weiter Bescheidenheit in Gläubigerstaaten? das führt zu europaweiter Deflation -> Depression, das Schuldenproblem bleibt ungelöst Und Hilfe (=Nachfrage) aus dem außereuropäischen Ausland (= weitere Verschuldung z.B. der USA)? -> Währungskrieg mit US-$, Yen, Renminbi -> weltweite Katastrophe Was tun? • Die Lücke der Wettbewerbsfähigkeit auf nicht-deflationärem Weg schließen, d.h. • Deutschland muss das 2%-Inflationsziel nicht nur einhalten, • sondern ungefähr 10 Jahre überschreiten (3%), damit sich die Krisenländer anpassen können. • Die Krisenländer dürfen dagegen nur 1% Preissteigerung zulassen • Das geht nur durch eine EWU-weit koordinierte Lohnpolitik. • Euro-Rettung durch Lohnkoordination Euro-Zerstörung durch Gürtel-enger-schnallen! Fahrplan für die Krisenbewältigung I • glaubwürdige Ankündigung der EWU-weiten Lohnkoordination und sofortiger Beginn der Umsetzung • rigorose Schließung des Finanzkasinos (lean banking, 100%-Eigenkapital für Finanzwetten...) • Beendigung des „Schwarze-Peter-Spiels“ zwischen Regierungen und EZB in der Frage der Finanzierung der Krisenstaaten Fahrplan für die Krisenbewältigung II • Finanzierung der Krisenstaaten z.B. mit Eurobonds oder Staatsanleihekäufen • Beendigung des „Standortwettbewerbs“ zwischen Nationen • Beendigung der Austeritätsprogramme • Staat muss die Verteilungsaufgabe der Lohnpolitik unterstützen • Es bleibt nur noch wenig Zeit „Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los!“ |
| Ein ehemaliger FDP-Landesvorsitzender über die Probleme der Partei Donnerstag, den 15. Dezember 2011 um 12:41 Uhr |
| Sieh mal einer an, unser Bundespräsident... Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 14:02 Uhr Dass sich ein Ministerpräsident 500 000 Euro für 4% Zinsen von der Frau des "befreundeten" Unternehmers Egon Geerken leiht, ist schon ein starkes Stück. Den Florida-Urlaub im Haus dieses "Freundes" hatte Wulff vor einiger Zeit im niedersächsischen Parlament zugegeben, den Kredit hatte er geflissentlich verschwiegen und später durch einen Bank-Kredit vorzeitig abgelöst, wie die BILD Zeitung jetzt aufdeckte. Laut stern.de war Egon Geerkens dreimal Teilnehmer von Wirtschaftsdelegationen bei Auslandsreisen, die Christian Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident unternahm. Weder bei seinen Vorgängern im Amt des Ministerpräsidenten noch bei seinem Nachfolger David McAllister (CDU) gehörte Geerkens zu derartigen Delegationen. Von "befreundeten Unternehmern" zu sprechen, ist allein schon eine Chuzpe. Die Freundschaft nehme ich Politikern nur ab, wenn sie Leute aus Zeiten vor ihrer Karriere schon als Freunde hatten. Klar, so eine Scheidung ist teuer, und da sind Freundschaften sehr hilfreich. Wie heißt es so schön: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Für mich ist die Darlehensvergabe an Wulff nichts anderes als Korruption. Und das ausgerechnet mit dem obersten Moralhüter der Nation. Ich glaube Christian Wulff künftig kein Wort mehr. P.S.Vor wenigen Tagen wurden laut dem Verwaltungswissenschaftler von Arnim die Pensionen aller hohen Beamten erhöht - angeblich bis zu 600 Euro monatlich für einen Staatssekretär. |
| Merkels Meisterleistung und Kleinbritannien Samstag, den 10. Dezember 2011 um 15:41 Uhr Das Gruppenfoto vom Abschluss des Krisengipfels zeigt Angela Merkel mit den anderen 26 Teilnehmern ganz hinten in der dritten Reihe - man sieht gerade mal ihren Kopf. Ihre Bescheidenheit im Umgang mit den anderen Mitgliedsstaaten ist auch ihr Erfolgsrezept. Dass sie es gemeinsam mit Sarkozy geschafft hat, 25 andere Staaten bis auf Großbritannien für eine gemeinsamen Schuldenbegrenzung zu gewinnen, ist ein gigantischer diplomatischer Erfolg. Wen interessiert da noch die Bockigkeit Großbritanniens? Die Briten wollten den Euro nie, also sollen sie ruhig ihren eigenen Weg gehen. Sicherheitspolitisch sind und bleiben sie unsere Verbündeten in der Nato. Wirtschafts- und finanzpolitisch können sie ihren eigenen Weg ohne den Euro gehen. Aber aus dem Groß- ist jetzt ein Kleinbritannien geworden. Und das ist gut so. |
| Zahlt hier irgendein Journalist gerne Steuern? Mittwoch, den 30. November 2011 um 20:25 Uhr Ich wundere mich, dass die Medien durchweg Steuersenkungen kritisieren. Haushaltskonsolidierung hat Vorrang, und damit ist das Thema gleich beendet. Wer heute 3000 Euro brutto im Monat verdient , und das ist kein schlechtes Einkommen, behält bei Steuerklasse I nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern etwa 1830 Euro netto übrig. Von diesem Geld zahlt er noch Mehrwertsteuer mit jedem Einkauf plus Alkoholsteuer, Benzinsteuer, KFZ-Steuer, Hundesteuer, Versicherungssteuer, und mehr. Gibt der Mann 700 Euro für Miete aus, dann bleiben ihm 1130 Euro für Konsum und Sparen. davon dürften etwa 150 Euro Mehrwertsteuer (was für ein Name...) an den Staat gehen. Wenn er eine Schachtel pro Tag raucht, gehen 150 Euro in die Luft. Verbleiben 830 Euro für Strom,. Lebensmittel, Handy und Benzin. Dann zahlt er noch Gebühren für jeden Gang zum Amt, beispielsweise für den neuen Personalausweis. Nichts ist kostenlos auf dem Amt - trotz aller bereits bezahlten Steuern. Dann zahlt er für Handy-Benutzung im Auto nochmal 40 Euro. Oder hier und dort immer wieder einen Strafzettel. Dann kommt die GEZ und kassiert Gebühren fürs öffentlich-rechtliche Verschwendungsfernsehen. Der Staat - Bund-Länder und Kommunen und die ganzen öffentlich-rechtlichen Körperschaften - alle schröpfen sie den Bürger. Das alles machen Journalisten brav mit und warnen davor, die Steuern zu senken statt Druck zu machen. Warum verlangt man von Griechenland, was man hier selbst nicht hinbekommt? Es gibt unendlich viele Beispiel für Verschwendung von Steuergeldern. Wieso muss die Polizei Stadien schützen? Warum bezahlen das nicht die reichen Bundesliga-Clubs selbst? Warum müssen wir staatliche Lottogesellschaften als goldenes Abstellgleis für Kommunalpolitiker unterhalten? Warum wird der Bergbau immer noch subventioniert? Warum schafft man überflüssige Behörden nicht ab? Wenn schon ein Verdiener von 3000 Euro brutto so viel an den Staat abzweigen muss - wo steuern wir eigentlich hin? Und warum richtet sich die Wut der Bürger nicht gegen die Hunderte von Milliarden zur Rettung von Banken und Staaten, wenn gleichzeitig kein Geld für Schulen und Kindergärten da ist? Es werden schon rein demografisch immer weniger, die man schröpfen kann. Irgendwann machen die Bürger nicht mehr mit. In Deutschland sind allerdings keine Revolutionen zu erwarten. Weil, wie Lenin sagte: "In Deutschland sind Revolutionen verboten". |
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